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Ein Buch muß die Axt sein
für das gefrorene Meer in uns.
Franz Kafka
Die Buchfrage von LovelyBooks

"Alera - Geliebter Feind" von Cayla Kluver

Alera soll den eingebildeten Stelldor heiraten, den Traum aller jungen Mädchen Hytanicas, doch der 17jährigen Thronfolgerin passt das so gar nicht! Sie hat ihren eigenen Kopf, wünscht sich einen Mann den sie lieben kann und der sie sein lässt wie sie ist. Dann taucht der geheimnisvolle Narian auf, im Feindesland Cokyri aufgewachsen und erzogen, doch in Hytanica geboren. Ist er ein Spion, ein Feind oder kann man ihm vertrauen? Zu allem Überfluss fühlt sich die junge Prinzessin auch noch zu ihm hingezogen…

Cayla Kluver erzählt in „Alera – Geliebter Feind“ die Geschichte einer Prinzessin, die sich nicht ihrem Schicksal ergeben will, sondern gegen alle Konventionen versucht ihren eigenen Weg zu finden.

Mit „Alera“ hatte ich mir einen schönen, spannenden Fantasyroman erhofft, denn er ist im Piper Fantasy Verlag erschienen und das Cover spricht meines Empfindens nach auch sehr für eine fantastische Geschichte.

Doch schon nach einigen Seiten wunderte ich mich ein bisschen, nach 100 Seiten noch mehr… Wo waren denn bloß die Fantasyelemente?? Ganz einfach: nicht vorhanden. Stattdessen wurde über Alera und ihre Familie, den König, seine Frau und Aleras Schwester und natürlich Stelldor erzählt, doch von Fantasy keine Spur.

Nach dieser mittleren Enttäuschung, versuchte ich meine Erwartungen nun abzulegen, was sehr hilfreich war, denn nun konnte ich mich in die Geschichte vertiefen.

Dabei haben mich anfangs die vielen Beschreibungen ein wenig gestört. Ich finde es interessant zu erfahren, wie die Umgebung aussieht in der alles stattfindet, der Garten zum Beispiel oder Aleras Salon, aber als dann die Treppen mit den vielen angrenzenden Räumen und vielen unterschiedlichen Nutzungen erklärt wurden, schwirrte mir der Kopf. Ich empfand es einfach als etwas viel.

Doch nach diesen Anfangsschwierigkeiten hat mich die Geschichte dann doch gefesselt, denn Alera will nicht akzeptieren, dass Frauen das Eigentum ihrer Männer sind, dass Frauen nichts mit Politik zu tun haben sollen und dass sowieso alles vorgeschrieben ist. Sie ist ein wenig stur und lässt sich nichts gefallen, was mir sehr gefallen hat. Alera versucht ihren eigenen Weg zu finden, was gar nicht einfach ist, besonders als Thronfolgerin.

Ich konnte mich sehr mit ihr identifizieren und ihre Ängste, Hoffnungen und anderen Gefühle gut nach vollziehen. So dass ich regelrecht mit ihr mit fieberte und bangte, besonders wenn es um Stelldor und Narian ging, von dem man einfach nicht weiß, wie man ihn einschätzen soll, was der Geschichte einen gewissen Reiz gibt.

Aber nicht nur Narian ist undurchsichtig, auch an Stelldor werden andere Seiten beschrieben, nicht nur die schlechten, so dass man nie so richtig weiß, was nun Schein und Trug oder die Wahrheit ist…

Die Atmosphäre ist also immer mehr oder weniger gespannt, wodurch die Geschichte ganz schnell verfliegt. Einige Fragen werden zum Schluss aufgeklärt, andere bleiben offen, so dass noch viel spannender Stoff für den zweiten Teil „Alera – Zeit der Rache“, der voraussichtlich im März bei Piper Fantasy erscheinen wird, bleibt.

Für die tolle Geschichte mit leider etwas enttäuschten Anfangserwartungen gebe ich 3,5 Sterne und freue mich sehr auf den zweiten Teil!

Vielen Dank an den Piper-Verlag, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

555 Seiten

piper

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