I need that song, those trusty chords could pull me trough...
Ein Buch muß die Axt sein
für das gefrorene Meer in uns.
Franz Kafka
Die Buchfrage von LovelyBooks

"Libellensommer" von Antje Babendererde

Jodie will von zu Hause abhauen, zu Tim, den sie nur aus dem Internet kennt. Ihre Eltern streiten sich ständig, sie findet sich zu dick und will einfach nur noch weg. Als Jodie vor einem zudringlichen Trucker flüchtet, läuft sie Jay in die Arme. Der Indianerjunge nimmt sie für 3 Wochen mit in die kanadische Wildnis. Während dieser Zeit lernt Jodie viel über die Kultur der Indianer und verliebt sich in Jay. Doch die gemeinsame Zeit ist begrenzt, denn wie passt diese Liebe in Jodies Alltag? Und welches Geheimnis hüten die Einheimischen im Camp?

In ihrem Roman „Libellensommer“ entführt Antje Babendererde die Leser und Zuhörer in die raue und wilde Schönheit der kanadischen Natur, zu einem abgelegenen indianischen Camp.

Auch in dieser Geschichte hat es die Autorin geschafft das Thema der Ureinwohner Amerikas mit einer wunderschönen Liebesgeschichte zu verknüpfen. Dabei beschreibt sie die Natur so plastisch, dass man Seen, Inseln, Bäume und Tiere immer vor dem inneren Auge sieht und allein vom zuhören fasziniert ist. Aber auch die Menschen beschreibt sie liebevoll und interessant zu gleich.

Antje Babendererde beschäftigt sich mit ganzem Herzen mit der Kultur der Indianer, was man sehr deutlich merkt, denn sie erzählt sehr genau von deren Sitten und Gebräuche und erklärt diese auch, auf der anderen Seite versteht sie es ihre Begeisterung dem Leser oder Zuhörer auf eine angenehme Art und Weise nahe zu bringen.

Es entsteht eine romantische, liebevolle, zärtliche und immer spannende Geschichte, die auch sehr interessant ist, weil man unterschwellig viel über Leben und Bräuche der Indianer lernt.

Die Sprecherin Carla Swiderski spricht die 15jährige Jodie und ihre Gedanken und Beobachtungen überzeugend. Anfangs wirkte sie zwar unsicher, was sich aber im Verlauf des Hörens legte.

Den reiferen Stimmen, wie z.B. die der Indianerin Altea konnte sie jedoch meines Empfindens nach nicht die nötige Tiefe verleihen. Die Geschichte beschrieb sie als eine weise Frau mit viel Lebenserfahrung, die die Freude, sowie den Verlust kennt. Die junge Sprecherin konnte dieser Figur mit ihrem Hintergrund nicht richtig gerecht werden. Oft war dies auch leider der bei Jay der Fall. Er ist zwar noch recht jung, doch tief in seiner Kultur verwurzelt.

Die Indianer fand ich deshalb zu oberflächlich gelesen, ihr Wesen hat sich nicht in deren Stimmen wiedergespiegelt. Was ich sehr schade finde, denn solche Personen verleihen der Geschichte eine Seele und machen sie zu etwas besonderem.

Nichtsdestotrotz ist „Libellensommer“ eine Geschichte, die einfach fasziniert, zum Träumen einlädt und den Leser oder Hörer für einige Stunden in eine andere Welt abtauchen lässt.

Vielen Dank an den Jumbo Hörbuchverlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

3 CDs, gekürzte Lesung

Jumbo Neue Medien

 

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