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"Die Medici- Chroniken: Der Pate von Florenz" von Rainer M. Schröder

Die Medici- Chroniken: Der Pate von Florenz – Rainer M. Schröder Florenz, 15. Jahrhundert. Marcello liebt Tessa. Doch er wird sie nie heiraten können, denn er ist zusammen mit Lorenz und Giuliano de‘ Medici aufgewachsen. Sie ist jedoch nur die Tochter eines Goldschmiedes. Doch die tragische Liebe wird von Ereignissen überschattet, die die ganze Republik Florenz in große Gefahr bringen…

„Die Medici- Chroniken: Der Pate von Florenz“ ist der zweite Teil der atemberaubenden Trilogie Rainer M. Schröders über das Leben und Wirken der mächtigen Familie Medici in Florenz.

Diesmal wird das Leben Lorenzo de‘ Medicis beschrieben, dem Enkel Cosimos, der im ersten Band eine wichtige Rolle gespielt hat. Aber es wird weder aus seiner Sicht berichtet, noch ausschließlich über ihn. Was meiner Meinung nach der Geschichte viel mehr Spannung verleiht und es dem Leser leicht macht, sich mit den wirklichen Hauptpersonen zu identifizieren: Marcello Fontana, der Enkel Sandros, der Protagonist des ersten Bandes und Fiora Bellisario, die Tochter eines Goldschmiedes. Es wäre sehr schwer gewesen Gemeinsamkeiten mit solch außergewöhnlicher, begabter und politisch geschickter Person wie Lorenzo zu finden. Doch mit den beiden jungen Leuten hat der Autor etwas Abstand und „normale“ Personen geschaffen, mit denen man sich sehr gut identifizieren kann.

Nach einem etwas beschwerlichen Anfang, ich musste mich erst in die Geschichte hineinlesen und die vielen Fußnoten, die aber notwendig für das Verständnis sind, störten auch ein wenig, entwickelt sich eine äußerst atmosphärisch dichte und sehr spannende Geschichte.

Rainer M. Schröder schafft es auch in diesem Buch wieder den Leser zu fesseln. Er stellt die Schicksale so mitreißend und authentisch dar, dass man einfach nur mit dem Personen mit fiebert, leidet und mitfühlt. Die Schicksale sind mir besonders gegen Ende des Buches sehr nahe gegangen, denn auf den 600 Seiten, die beim Lesen einfach verfliegen, wachsen einem die Figuren sehr ans Herz.

Man steht zwar auf der Seite der Medici, doch trotzdem zeigt der Autor, dass sie nicht nur gütige Menschen waren, sondern auch ihre Schattenseiten hatten. Eine Darstellung, die Objektivität beweist, auch wenn man ihnen mehr zugewandt ist, als beispielsweise den Pazzi, was ja schon der Titel deutlich macht.

Dem erzählerischen und mitreißenden Aspekt gegenüber, steht die Vermittlung von unglaublich viel Wissen. Viele Details werden erzählt, italienische Wörter eingebaut, viele Sachverhalte, die damals üblich waren werden erklärt. Aber es wird nicht langweilig, ganz im Gegenteil während man liest wächst die Begeisterung und Interesse für die Geschichte der Medici immer mehr, so dass selbst das Nachwort, das nur Fakten erzählt, spannend ist. Zudem wirkt es auch gar nicht so, als wolle der Autor dem Leser viele Fakten aufzwingen, sondern sie passen einfach in die Geschichte, untermauern sie und verleihen ihr durch die zum großen Teil vorhandene Authentizität noch mehr Spannung.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen. Unter Rainer M. Schröders liebevollen Beschreibungen wird das Florenz des 15. Jahrhunderts lebendig. Den Florentiner Maskenball konnte ich vor meinem inneren Auge deutlich sehen, wie auch die engen Straßen, Gässchen und prunkvollen Palazzi.

Wer Geschichte langweilig findet, der sollte „Die Medici- Chroniken“ von Rainer M. Schröder lesen, denn wenn er erzählt, wird Geschichte lebendig! Und alle die Geschichte schon spannend finden, werden nicht enttäuscht sein, von dieser faszinierenden Geschichte!

Vielen herzlichen Dank an den Arena- Verlag , für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

613 Seiten (mit Karten von Florenz und Italien im Anhang)

Arena


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