I need that song, those trusty chords could pull me trough...
Ein Buch muß die Axt sein
für das gefrorene Meer in uns.
Franz Kafka
Die Buchfrage von LovelyBooks

"Die Wächter der Teufelsbibel" von Richard Dübell

Richard Dübell beschreibt im zweiten Teil der Teufelsbibel- Trilogie „Die Wächter der Teufelsbibel“, das Verschwinden eben dieser und die Suche nach dem mächtigen Buch, um die Menschheit vor der Herrschaft des Teufels zu retten.

Als Kaiser Rudolph II. stirbt wird aus dessen Kuriositäten Kabinett ein ebenso geheimnisvolles, wie mächtiges Buch gestohlen – die Teufelsbibel. Cyprian Khlesl und Andrej von Langenfells machen sich auf die Suche nach dem Codex und riskieren dabei ihr Leben, denn es steht viel auf dem Spiel…

Richard Dübell beschreibt in seinem Buch eine spannende und schreckliche Zeit. Anfangs das Prag des frühen 17. Jahrhunderts und schließlich die Zeit genau vor dem 30jährigen Krieg. Doch in der Geschichte will die Spannung zum größten Teil nicht aufkommen.

Anfänglich ziehen sich seitenlang Szenen hin, die man kaum nachvollziehen kann, wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat. Es verlaufen mindestens fünf verschiedene Handlungsstränge mit den jeweiligen Personen nebeneinander, die man kaum zuordnen kann, auch wenn man die vorangestellte Figurenauflistung gelesen hat.

Nach 100 bis 150 Seiten erkennt man Stück für Stück Zusammenhänge zwischen den handelnden Personen, aber es liest sich noch immer eher zäh. Entweder werden Grausamkeiten beschrieben, oder es wird viel beschrieben und besprochen, aber wenig ausgesagt.

Dazu kam für mich der verwirrende Schreibstil. Der personale Erzähler betrachtet meist eine Figur, auch wenn sie z.B. mit einer zweiten kämpft oder sich unterhält. Während dessen kam es vor, dass der Erzähler ganz plötzlich die beobachtete Figur gewechselt hat, ohne dass man es merkte, und über deren Gedanken und Gefühle sprach. Das war schon merkwürdig, weil ich mich des Öfteren wunderte, warum die eine Figur plötzlich so untypische Gedanken hatte, bis dann klar gesagt wurde „Henyk dachte…“, als Beispiel.

Eines der Hauptprobleme für mich waren die zu vielen unterschiedlichen Erzählstränge. Viele waren einfach langweilig, denn sie handelt oftmals von verzweifelten Äbte, Kardinäle und anderen Geistlichen. Es lag wahrscheinlich auch daran, dass ich mich mit niemandem wirklich identifizieren konnte, mir persönlich ist das wichtig um mit den Figuren mitfühlen zu können und gerade das macht eine Geschichte doch spannend. Eigentlich wäre für jeden jemand zum identifizieren da gewesen. Alexandra und Wenzel für die Jüngeren und Agnes, Cyprian und Andrej für die Erwachsenen, aber Alexandra hat sich so naiv verhalten, dass ich nur noch den Kopf schütteln konnte.

Mit ca. 830 Seiten ist „Die Wächter der Teufelsbibel“ schon ein „dicker Schinken“. Gerade mal 200 Seiten waren einigermaßen fesselnd. So auch manche Szenen ein Stück vor dem Ende. Doch obwohl die Handlung zum Schluss prinzipiell spannend wurde, ist die Atmosphäre einfach nicht zustande gekommen. Das Ende war teilweise leider auch durchschaubar.

Trotz allem beweist der Autor fundierte historische Kenntnisse, wie man auch im Anhang merkt, doch das allein reicht für eine spannende Geschichte nicht aus. Es mag sein, dass mir der Roman so wenig zugesagt hat, da ich den ersten Teil nicht kannte. Fest steht jedoch, dass ich enttäuscht bin, hatte ich doch auf einen spannenden historischen Roman gehofft. Schade.

Vielen Dank an frauenzimmer.de und Lübbe für das Vorableseexemplar!

825 Seiten

Lübbe

"Die Wächter der Teufelsbibel" bei Amazon

DesignPicture
Gratis bloggen bei
myblog.de