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Ein Buch muß die Axt sein
für das gefrorene Meer in uns.
Franz Kafka
Die Buchfrage von LovelyBooks

Die Nonne mit dem Schwert – Lea Korte

Catalina hat sich versündigt. Erst flieht sie, kurz vor ihrer Weihe zur Nonne, aus dem Kloster und dann verkleidet sie sich auch noch als Junge. Obwohl sie sich selbst vor den Folgen ihres Handels fürchtet, liebt Catalina doch ihr neues, freies Leben und gelangt als Matrose schließlich bis nach Peru. Doch auch dort muss sie ständig bangen, ob nicht jemand ihr großes Geheimnis herausfindet…

Lea Korte beschäftigt sich in ihrem ersten historischen Roman „Die Nonne mit dem Schwert“ mit der verbürgten Persönlichkeit der Catalina de Erauso, die im 17. Jahrhundert in Spanien, jahrelang als junger Mann verkleidet unter Soldaten und Matrosen gelebt hat.

Mit „Die Nonne mit dem Schwert“ ist der Autorin ein atmosphärisch dichter und einfach zauberhafter Roman gelungen. Man taucht während des Lesens in eine vergangene Zeit und möchte gar nicht mehr auf hören zu lesen, was dank des flüssigen Schreibstils auch nicht nötig ist.

Die Personen sind, gerade durch ihre historische „Echtheit“, sehr interessant und auch liebenswert. Es scheint so unglaublich, was Catalina alles passiert ist und dass sie es überhaupt geschafft hat sich so lange als Mann auszugeben. Daran sieht man mal wieder: Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst.

Obwohl es sich um ein personales Erzählverhalten handelt, kommt man Catalina sehr nah, fühlt und bangt mit ihr. Besonders als Frau kann man ihre verzwickte und oft ausweglos scheinende Lage nach fühlen. Lea Korte hat es geschafft einer historischen, längst verstorbenen Person, Leben einzuhauchen und ihrer bewegten Vergangenheit auf eine faszinierende und fesselnde Weise wieder lebendig werden zu lassen.

Ein einziger Kritikpunkt ist nach meinem Empfinden die Menge der erzählten Ereignisse. Catalina stolpert von einem Abenteuer ins andere, ständige muss sie fliehen und die Stadt verlassen, so dass weder Catalina noch der Leser zur Ruhe kommen. Einerseits macht das die Geschichte sehr spannend, aber andererseits sind es einfach zu viele Ereignisse nacheinander. Da diese aber alle wirklich so oder so ähnlich geschehen sind, hätten sie vielleicht auch für zwei Geschichten gereicht.

Doch ungeachtet dessen schafft es Lea Korte, wie in ihrem zweiten historischen Roman „Die Maurin“, den Leser in eine vergangene Zeit zu entführen und für den Moment des Lesens die Gegenwart vergessen zu lassen, denn während des Lesens wird Catalinas Welt so lebendig, dass ich immer wieder vergas, dass ich lese. Es fühlte sich mehr an wie Fernsehen oder Kino, nur mit den Bildern im Kopf.

Ein wirklich schönes Leseerlebnis, nicht nur für Fans historischer Romane.

Bitte, bitte mehr davon!!

Ein ganz herzliches Dankeschön an Lea Korte und den Knaur. Verlag, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Interview mit Lea Korte

476 Seiten

Knaur.

„Die Nonne mit dem Schwert“ bei Amazon

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