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Ein Buch muß die Axt sein
für das gefrorene Meer in uns.
Franz Kafka
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„Der Komponist und seine Richterin“ von Patricia Duncker

 

In Patricia Dunckers Kriminalroman „Der Komponist und seine Richterin“ versucht die französische Richterin Dominique Carpentier, die grausigen „Aufbrüche“, Massensuiziden von Sektenanhängern, aufzuklären.

Dominique Carpentier wird zu einem zweiten „Aufbruch“ gerufen. Traurige Bilanz: 9 tote Erwachsene und 7 tote Kinder. Bei ihren Ermittlungen trifft sie zunächst auf Friedrich Grosz, einen berühmten Komponisten, der mehr über die geheime Sekte, die „Der Glaube“ genannt wird, zu wissen scheint. Und tatsächlich, die Richterin kommt ihm immer näher und gerät tiefer in die Sekte.

Zur Geschichte: Anfangs dachte ich „Der Komponist und seine Richterin“ würde ein sehr grausiger und brutaler Krimi werden, so schrecklich wie die Massensuizide und die Morde an den Kindern sind.

Doch die Geschichte entwickelte sich ganz anders. Der Leser begleitet die französische Richterin Dominique Carpentier und ihren Kollegen Schweigen größten Teils bei den Ermittlungen. Diese gestalten sich eher ruhig und manchmal etwas langatmig.

Insgesamt entwickelt sich eine interessante Geschichte. Die Personen, insbesondere der Komponist, sind schwer zu durchschauen und faszinierend. Er ist sehr charismatisch und so ehrlich, dass es beinahe unwahrscheinlich wirkt, doch in Verbindung mit seinem Hintergrund durchaus verständlich.

Zum Hörbuch: Moritz Stoepel ist ein fantastischer Sprecher. Er schafft es sogar den Stimmen der Frauen einen weiblichen Klang zu verleihen und gibt jedem Charakter seinen eigenen Ausdruck. Er baut manchmal eine laute, gefährliche Stimmung und oft eine leise gefühlvolle Atmosphäre auf. Dabei hat er eine angenehme leicht raue Stimme, die die Geschichte sehr passend untermalt.

Für die 6 CDs, ca. 7 1/2 Stunden, muss man schon einige Zeit einplanen, denn man kann das Hörbuch nicht nebenbei hören, sondern muss sich auf das Geschehen konzentrieren, sonst verliert man leicht den Faden, denn auch Details und einzelne Gespräche sind von Bedeutung.

Mein Fazit: Als Buch wäre es mir wahrscheinlich etwas zäh gewesen, die 350 Seiten zu lesen. Doch durch die Stimme Moritz Stoepels werden die Personen lebendig und die Handlung spielt sich vor dem inneren Auge ab. Dieser ruhige und gedankenvolle Roman regt den Leser besonders im hinteren Teil zum Nachdenken an.

Ein herzliches Dankeschön an die leser-welt und an steinbach sprechende bücher für das Rezensionsexemplar!

ca. 450 Minuten

steinbach sprechende bücher

29,99€

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